Kuratorische Projekte

Zu Fuß währen es 5544,85 Kilometer

Kuratorisches Konzept: Künstlerische und politische Bildung zum Thema Diversität. Die speziellen örtlichen und sozialen Begebenheiten im Berliner Bezirk Marzahn-Hellersdorf gaben den Anlass zu dem Projekt (1).


Teilnehmende: 20 Kinder und Jugendliche im Alter von 9-15 Jahren in Ägypten und Deutschland
Präsentation 2016 im mp43-projektraum für das periphere und der Galerie M
Förderung durch den Berliner Projektfond Kulturelle Bildung


An zwei unterschiedlichen Orten der Welt lebend, kommunizierten ägyptische und deutsche Kinder miteinander. Mit Hilfe der neuen Medien wie Skype nahmen die Kinder Kontakt zueinander auf. Im gemeinsamen Austausch wurden Lebenswirklichkeiten des jeweils anderen Kulturkreises vorgestellt. Im Laufe des Projektzeitraumes haben beide Gruppen anhand von Zeichnungen und Fotografien die eigenen Lebensentwürfe dokumentiert.

Die Annäherung und das gegenseitige Kennenlernen von unterschiedlichen Kulturen wurde in dem Projekt ermöglicht.
Insbesondere in Zeiten, in denen Vorurteile den gesellschaftlichen Kanon prägen, ist ein Kennenlernen besonders wichtig, um Respekt gegenüber dem/der Anderen aufzubauen. Nur so kann Vorurteilen entgegengewirkt bzw. können sie abgebaut werden.
Während der Projektdurchführung und Präsentation wurden die Themen Offenheit und Diversität einer Gesellschaft aus verschiedenen Perspektiven diskutiert.

In meiner kuratorischen Arbeit erhalten Projekte mit Kindern eine besondere Rolle, denn Kinder sind die Zukunft einer Gesellschaft. Projekte mit dieser Zielgruppe werden von mir nicht nur als partizipatorische Bildungsprojekte betrachtet sondern sind eingebunden in einem Gesamtkonzept, das in der Regel sowohl künstlerische als auch politische Themenkomplexe behandelt. Diese Projekte bewerte ich als gleichwertige kuratorische Projekte.

Auf den Standort des Projektraumes bezogen bedeutet dieses, Themen wie Flucht und Vertreibung, Abgrenzung und Ausgrenzung werden in den Projekten diskursiv be- und verhandelt. Das Spannungsfeld zwischen lokaler und globaler Verständigung wird ausgelotet.
Insbesondere bei den Kindern und Jugendlichen in der nahen Umgebung des Projektraumes ergibt sich durch die Teilnahme an künstlerischen und kuratorischen Projekten ein Wissens- und Erfahrungsaustausch, den sie in ihrer eigenen Lebenswelt nicht erfahren.



(1) Der Projektraum befindet sich im Berliner Bezirk Marzahn-Hellersdorf, einer der sozial schwierigsten Bezirke in Berlin. Neben einer hohen Anzahl Harz-IVEmpfänger*innen ist die Kinderarmut eine der höchsten aller Berliner Bezirke. In den vergangenen Jahren kam es wiederholt zu sozialen Spannungen. Die Eröffnung einer Gemeinschaftsunterkunft in der Maxie-Wander-Straße führte bei einem Teil der Bevölkerung zu einer extrem ablehnenden Haltung gegenüber Menschen aus Kriegsgebieten.
Der Projektraum liegt in unmittelbarer Nachbarschaft zu der Maxie-Wander-Straße und der dort eröffneten Gemeinschaftsunterkunft.



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